Gestern war die erste Preisverleihung zum Preis Kamenz schafft Inclusion-Peter Barth Preis 2017.
Hier die Rede zur Verleihung:

Meine Sehr geehrten Damen Und Herren, Sehr geehrte Herr Wehner, Sehr geehrter OB Herr Dantz, Sehr geehrte Stadträte und Stadträtinnen, Werte Ehrengäste und Preisträger,

Ich bin heute natürlich aufgeregt aber auch froh und stolz zu gleich einen Preis zu einem Herzensthema von mir, nämlich der Inklusion, zu verleihen. Wie komme ich darauf dies zu tun? Diese Frage setllen sich wahrscheinlich einige im Saal.

In den letzten Jahren haben mein Team und ich sich besonders mit der Frage beschäftigt, wie können wir Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen so stärken, dass sie an den Angeboten der Bildung, Arbeit und der Freizeit zufrieden und gleichberechtigt teilnehmen. Das machen wir zum einen weil es unser berufliches ergotherapeutisches Selbstverständnis ist. Zum anderen tun wir dies, weil wir der Überzeugung sind, auch in den Bereichen von Schule, Arbeitstätte und Freizeit für Gerechtigkeit zu sorgen.
Denn es ist nicht gerecht, wenn Menschen mit Behinderungen von vorn herein keine Vision oder Perspektive entwickeln können, mit anderen ihre Zeit zu verbringen oder eigene Ziele zu verwirklichen.
Es ist nicht gerecht, wenn es Menschen ohne Behinderungen verwehrt wird, Menschen mit Behinderungen kennen zulernen, um ihre eigenen Perspektiven auf das Leben zu erweitern, anzupassen oder gar zu verändern.

Mit diesen Gedanken hat mein Team mit unseren vielfältigen Partnern Projekte entwickelt und realisiert. Da wäre zum einen der großartige Inklusionslauf im Rahmen des Lausitzer Blütenlaufes. Da wären die jahrelangen Kooperationen mit den Grundschulen und Weiterführenden Schulen in Kamenz und im Umland. Und da ist  das sehr erfolgreiche, über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Projekt meiner Kollegin Julia Müller, die Tanzende Inclusion.

Um solche Projekte anzugehen und zu realisieren braucht es Partner.

Da bin ich mir sehr sicher, dass die Kamenzer und die Menschen aus dem Umland dazu offen und engagiert sind. Wenn ich im Bereich der Sportvereine mich umschaue, denke ich spontan an den OSSV, den SV St. Marienstern aber auch tomogara, in denen die unterschiedlichen Fähigkeiten der Sportler keine Rolle spielen.

Aber es braucht eben auch Menschen mit Visionen. Menschen die Bilder von einer Gesellschaft zeichnen, die auf Gerechtigkeit beruht. Einer dieser Visionäre war Peter Barth. Um seine Auszeichnungen und sein Wirken aufzuzählen bräuchte ich wahrscheinlich länger als die Rede des OB. Aber ich versuche es auf wenige Worte reduzieren. Peter Barth, hat mit den Projekten des Handicap e.V. und die Zusammenführen des Vereins mit dem SV St. Marienstern sehr wertvolle  Arbeit im Bereich der Inklusion im Bereich Freizeit und Sport geleistet. Wer auch immer sich mit diesen Themen auseinander gesetzt hat ist an der Person Perter Barth in dieser Region nicht vorbeigekommen. Leider war es mir nicht vergönnt, mit ihm etwas zusammen zu gestalten. Umso betrübter war ich, von seinem Tod zu erfahren. Umso mehr freut es mich, in Abstimmung mit der Witwe Veronika Barth meinen Preis nach ihm zu benennen. Er hat diese Ehrung verdient.

Verdient haben es auch die beiden Preisträger. Die 2. Oberschule Kamenz  und die Johann Gottfried Böhnisch Schule aus Kamenz.
Beide Schulen haben sich zusammen als Team beworben.
Beide Schulen waren meine ersten Ansprechpartner für den ersten Inklusionslauf in Kamenz.
Das besondere daran: Die Schüler der 2. Oberschule, haben nach Vorschlag der Lehrer  selbst und bestimmt entschieden, dieses Projekt anzugehen, andere Schüler einer anderen Schule kennen zu lernen, mit Ihnen zu trainieren und den Wettkampf erfolgreich zu gestalten. Beide Schulen trainieren und planen nun seit Jahren selbstständig und vor allem wie selbstverständlich für diesen Wettkampf. Darüber hinaus trafen sich in der Vergangenheit Schüler beiden Schulen zu unterschiedlichen Aktivitäten.

Für diese wichtigen Begegnungen bin ich den Schulen, Lehrern und Schülern sehr dankbar. Denn zeigt es, dass wir Inklusion als Vision durchaus vom Ende her denken müssen, aber die vielen kleinen Schritte dahin wesentlich und wichtig sind.

Sehr geehrte Preisträger, Ich bitte sie nun nach vorn und bedanke mich für ihr Engagement. Herzlichen Glückwunsch zum Preis: Kamenz schafft Inclusion – Peter Barth Preis 2017

Michael Schiewack 2017